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experteninterview: die unterschätzten potenziale der web push notifications

Web-Pushes –Kundenpotenziale binden ab dem ersten Klick

Seit 2 Jahren werden Web Push Notifications von Medien und Webshops professionell auf deren Websites genutzt. Dieses Marketing-Tool bietet die Möglichkeit, Kunden ab dem ersten Klick zu binden – auch wenn sie nur kurz auf der Seite waren und somit keine Daten hinterlassen haben. Trotzdem hat es den Weg in viele Marketing-Abteilungen und Redaktionen der Medienhäuser noch nicht gefunden. Wir haben mit dem IT-Experten und Gründer von „Amazing Tools“ Bernd Auer über das unterschätzte Potential der Web Push Notifications gesprochen.

WebpushBeispielTT

Kannst du zu Beginn vielleicht einmal kurz erklären, wie Web Pushes funktionieren?

Bernd Auer: Web Pushes sind Nachrichten über den Browser egal wo der Abonnent gerade surft. Der potenzielle Kunde kommt auf meine Webseite und es erscheint ein kleines Fenster: „Wollen Sie die Nachrichten zulassen?“ mit einer Erklärung, was er sich genau von Deinen Nachrichten erwarten kann. Da klickt er auf „ja“. Ab dem Zeitpunkt ist er Abonnent und ich kann ihm Nachrichten über den Browser schicken, egal auf welcher Seite er gerade surft.  Oder plakativ erklärt:  Jemand schaut kurz in deinen Shop hinein. Schaut sich um sagt „ja, nett“, geht dann aber wieder. Und ab dann kannst du ihn wieder kontaktieren auch ohne, dass er was eingekauft hat oder dir seine Visitenkarte gegeben hat. Oder noch einmal anders gesagt: Du startest im Customer Journey sehr weit vorne mit der direkten und individualisierbaren Ansprache.

Das heißt man kann den potentiellen Kunden weiter begleiten auch ohne seine persönlichen Daten?

Bernd Auer: Genau das ist der Trick an der Sache. Du benötigst keinerlei personenbezogene Daten von dem potentiellen Kunden. Die Hemmschwelle, dass jemand mitmacht, ist daher gering. Wenn du dich für einen Newsletter anmeldest musst du schon sehr interessiert sein, dass du wirklich deine Mailadresse hergibst. Bei den Web Push Notifications stimmen sehr viel mehr Leute zu. Die Opt-in Rate liegt bei ca 10 Prozent. Also bekommen dann ca 10 Prozent der Besucher deiner Website deine Nachrichten. Und damit bekommst Du Deine Kundschaft auch immer näher an Dich heran. Zuerst wird nur geklickt, dann vielleicht ein Newsletter zusätzlich abonniert und wenn das richtige Angebot dabei ist, wird gekauft.

Wieso machen das dann immer noch relativ wenige Firmen?

Bernd Auer: Wenn ich mit Marketing-Leitern spreche höre ich oft „ich klicke da nie auf zulassen“. Und dann sage ich „Aber 10 Prozent Ihrer Kunden tun das schon.“ Sie befürchten verständlicher Weise, dass sie ihre Kunden „nerven“. Es gibt eine gewisse Hemmschwelle, genau so wie früher bei Facebook-Firmen-Kanälen. Auch damit mussten die Unternehmen erst umzugehen lernen und wenn ich meinen Kunden die falschen Botschaften schicke, nerve ich mit jedem Medium. Die Web Pushes sind ein relativ neu und man muss erst erlernen, wie man sie für seine Zielgruppe anwenden kann. Und dabei helfen wir gerne, weil wir auch schon eine Menge Best Practices aus unterschiedlichen Branchen haben. Wenn man es richtig macht, sind die Klick-Zahlen und die Conversion Raten so hoch, dass es sich wirklich auszahlt, darüber nachzudenken.

Das ganze funktioniert aber nur wenn die Leute gerade online sind.

Bernd Auer: Die Web Pushes auf den Android-Handies kommen ja sofort an, weil sie meistens online sind. Am Desktop muss man nicht zwangsläufig im Moment des Versandes online sein. Im Standard werden die Nachrichten 3 Tage lang ausgespielt nachdem du auf „Senden“ geklickt hast. Wenn der Kunde seinen Browser wieder öffnet, wird die Nachricht zugestellt.  Natürlich kann man das auch verlängern oder verkürzen. Wenn Du am Freitag in der Früh eine Nachricht mit „Heute Black Friday!“ verschickst, interessiert das am Samstag niemanden mehr. Oder „Jetzt hier auf den Live-Stream für die Pressekonferenz klicken“. Das ist 2 Stunden später schon zu spät. Du kannst mit den Web Pushes also sehr unmittelbar kommunizieren, weil die Nachricht ein paar Sekunden nach dem Versand gelesen wird – wenn Dein Abonnent online ist.

Für welche Bereiche empfiehlst du Web Pushes?

Bernd Auer: Es gibt zwei große Gruppen, die enorm davon profitieren können. Auf der einen Seite Webshops (zum Beispiel Thalia oder Interwetten nutzen diese Möglichkeit bereits), auf der anderen Seite Medien wie die Tiroler Tageszeitung oder die Salzburger Nachrichten. Für Medien liegt der Vorteil ganz klar bei einem enormen Anstieg der Klicks. Manche Medien verschicken pro Tag 2 oder 3 Nachrichten mit einer Klickrate von 4 bis 6 Prozent. Andere arbeiten offensiver und verschicken 15 Nachrichten pro Tag, Dadurch sinkt natürlich die Klickrate auf 2-4 Prozent. Allerdings steigen natürlich die absoluten Klicks deutlich nach oben. Hier muss jeder seinen Weg finden. Man kann sich selbst leicht ausrechen, was es einem bringt, wenn man zum Beispiel 100.000 Unique Clients pro Monat hat und sich davon 10 Prozent anmelden. Jetzt verschickst du vorsichtig 3 Nachrichten pro Tag, die von 4 bis 6 Prozent angeklickt werden. Die meisten unserer Partner erreichen durch diesen Kanal schnell und stabil 10-20 Prozent der Gesamtklicks.

Auch die Vorteile für Online-Shops liegen auf der Hand. Besonders gut funktionieren natürlich Angebote. „Minus 10% auf alles“ hat auch schnell einmal Klickraten von 10% und mehr. Normaler Weise haben unsere Webshops eine Conversion Rate von 0,5 bis 1,5 Prozent. Auch damit lässt sich also schnell Geld verdienen. Außerdem können zum Beispiel Warenkorb-Abbrecher automatisch Nachrichten geschickt werden, die sie daran erinnern, den Einkauf abzuschließen. Die erste Erinnerung kommt beispielsweise 15 Minuten, nachdem er deine Seite ohne Einkauf verlässt. Das ist der Zeitraum, wo er vielleicht Preise auf anderen Seiten vergleicht. Eine zweite vielleicht nach 2 Tagen und dann noch eine nach 1 Woche. Auf diese Weise macht man sehr kostengünstig und effektiv Retargeting. Viele unserer Kunden können somit das Regargeting-Budget ein wenig herunter schrauben und durch die viel genaueren Web Pushes ergänzen.

BeispielWebpushes BeispielWebpushNotification

Du sagst kostengünstig – was kostet dieses Tool und wie wird es eingerichtet?

Bernd Auer: Um Web Pushes einzurichten wird auf der Seite lediglich ein Script eingebaut und ein File am Server abgelegt. Eine willige IT schafft das in 15 Minuten. Wenn du einen Webshop hast, dann brauchst du noch ein zweites Script, damit du siehst wie viel konvertiert worden ist. Dauert dann 5 Minuten länger.

Die Kosten starten bei 79 Euro im Monat. Abhängig von der Abonnentenanzahl steigt es. Da ist alles dabei, also nicht nur der technische Support und das Design, sondern was für die Meisten viel wichtiger ist: Der inhaltliche Support. Wenn Du noch nie mit den Web Pushes gearbeitet hast, weißt Du nicht, ob Deine KPIs gut oder schlecht sind. Wir haben Best Practices aus vielen Branchen und helfen unseren Partnern, damit von Anfang an erfolgreich zu arbeiten. Das machen wir natürlich auch im Eigeninteresse. Es gibt keine Kündigungsfristen und wenn man die Web Pushes nicht zum Laufen bringt, dann kündigt man einfach wieder. Und das wollen wir natürlich verhindern.

Hat der Kunde am Ende eine statistische Auswertung dabei?

Bernd Auer: Ja, er kann ganz genau sehen wie viele Leute die Nachrichten empfangen haben, viele sie gesehen haben, wie viele geklickt haben und auch wenn die Leute dann was gekauft haben. Unsere Partner bekommen ein Backend, in dem alle diese Daten stehen. Du siehst also recht schnell, welchen Output du durch die Web Pushes erzielst und ob sie sich für Dich rechnen. Aber Achtung, ich spoilere jetzt: Bisher hat es bei so gut wie allen funktioniert.

 

 

Bernd Auer lebt und arbeitet seit 7 Jahren in Deutschland. Der gebürtige Steirer hat in Österreich bei verschiedenen Medienunternehmen (LoungeFM, kroneHIT) im wirtschaftlichen Bereich gearbeitet, bevor er nach Deutschland gezogen ist und einen Branchenwechsel in die IT vorgenommen hat. Dabei hat er seine Vorliebe für gute Software zum Beruf gemacht. Vor 2 Jahren hat er gemeinsam mit einem Partner die Firma „Amazing Tools“ gegründet, die ihre Kunden bei der Auswahl und der Verwendung guter Softwarelösungen hilft. Die Firma ist spezialisiert auf verkaufsfördernde Tools für B2B Unternehmen (CRM) und verkaufsfördernde Tools für Webshops. Hierfür arbeitet das 5-köpfige Team sehr intensiv mit Web Pushes.

FotoBerndAuer

Gastexperte: Bernd Auer

Interview: Christina Happel